Samstag, 24. Oktober 2009

Die Rente und die Postbank

Das Magazin Finanztest warnt vor Falschberatung

Schelte für die Postbank gibt es zur Zeit vom Magazin Finanztest. Grund für die Kritik sei die mangelhafte und zum Teil falsche Beratung durch Mitarbeiter der Postbank im Rahmen der Altersvorsorge: „Finanztest liegen gleich mehrere Fälle vor, in denen Kunden der Postbank Finanzberatung AG übers Ohr gehauen wurden.“
Dazu heißt es weiter: „Finanztest stieß gleich auf mehrere Fälle, in denen die Kunden weit über 100 Jahre alt werden müssten, um die Zuteilung ihres Vertrages zu erleben.“
Die Postbank weist diese Vorwürfe hingegen mit dem Argument zurück, dass es im Einzelfall sinnvoll sein könne, mehrere Bausparverträge abzuschließen, da es denkbar sei, dass Ältere zugunsten ihrer Enkel sparten (Quelle: Hamburger Abendblatt).

Die Vorwürfe gegen die Postbank stehen wohl im Rahmen der Diskussion um Finanzbaratung und deren Qualität generell. Wie unabhängig sind Bankberater wirklich? Wie unabhängig sind unabhängige Berater wirklich? Sobald es um Provisionen für verkaufte Verträge geht, ist die Unabhängigleit einer Finanzberatung auf jeden Fall fraglich!

Samstag, 17. Oktober 2009

Rentenrechner – schneller Rat muss nicht gleich gut sein!

Nützliche Hilfe oder Marketing-Trick? Rentenrechner unter der Lupe.

Die Verlockung von Online-Rentenrechnern ist groß. Ein paar Eckdaten zur eigenen Rente eingeben und dann eine vermeintlich seriöse Antwort zu bekommen, wie es denn mit der eigenen Rente aussehen wird. Das Bild ist meist düster. Die Rentenlücke eher ein Rentenloch. Doch natürlich haben die meisten Anbieter eines solchen Rentenrechners auch gleich eine Lösung parat: die Geldanlage in eigene Finanzprodukte. Denn auf diese Weise kann die eigene Rente noch gerettet werden. So funktioniert eben Marketing. Diese Art von Rentenaufbesserung durch eine maskierte Dienstleistung hat etwa das Handelsblatt in einem Praxistest unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist nicht verwunderlich. Die Ergebnisse weichen zum Teil erheblich voneinander ab. Das liegt daran, dass die Berechnung der eigenen Rente von vielen Faktoren beeinflusst wird. Welcher Rechner welche dieser Rentenfaktoren berücksichtigt, bleibt verborgen. Gemeinsam haben diese Online-Helfer jedoch eines: Sie sind ungenau!

Wer eine seriöse Online-Beratung zur Rente haben möchte und auch auf den Rentenrechner nicht verzichten möchte, der kann diese auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung tun. Genau hier gibt es auch einen ausführlichen Rechner, der zwar auch nicht die Zukunft voraussagen kann, aber wenigstens kein Marketingtrick ist.

Beispiele für Rentenrechner zum finden Sie hier:

Nicht nur Finanzdienstleister sondern auch die (seriöse) Presse bietet Rentenrechner an:
Kritische Medienberichte finden Sie hier:

Rente mit 67 wird zum Thema im internen Machtkampf der SPD

In der SPD wird um die Rente mit 67 gefochten

Sowohl Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck als auch der designierte SPD-Vizes Klaus Wowereit fordern eine Rücknahme der Rente mit 67. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ist dagegen.
Die Rentendiskussion ist also auch nach der Wahl zentrales Thema in der Politik – oder zumindest bei der SPD - und wird ein Vehikel für weitere Richtungsfragen in der Umstrukturierung und Neuausrichtung des Wahlverlierers wie die Afghanistandebatte oder die Frage, ob die Linkspartei Koalitionsfähig ist oder nicht.

Sonntag, 13. September 2009

Parteiprogramm Vergleich: Rente im Wahlkampf 2009

Was sagen die Regierungsprogramme im Wahlkampf zum Thema "Rente"?

Auszüge aus den entsprechenden Regierungsprogrammen zur Bundestagswahl 2009 in Bezug auf die Rentenpolitik der jeweiligen Parteien.

CDU und CSU unter dem Motto "Verlässliche Versorgung im Alter sichern":

  • "Eine zukunftsfeste Altersvorsorge ruht auf den drei Säulen gesetzliche Rente sowie private und betriebliche Vorsorge."
  • "Die Ergänzung der gesetzlichen Rente durch private oder betriebliche Altersvorsorge und zusätzliche Einkommen bieten auch bei geringen Renten in fast allen Fällen einen auskömmlichen Lebensunterhalt."
  • " [...]halten wir auch in Zukunft am bewährten gegliederten System der Alterssicherung fest."
  • " [...] Bürgerinnen und Bürger, die ein Leben lang Vollzeit beschäftigt waren, eine Rente oberhalb des Existenzminimums erhalten."
  • "Wir wollen, dass die Kindererziehung noch besser in der Rente berücksichtigt wird."
  • "Wir werden die unterschiedlichen steuerlichen Förderungen der privaten Altervorsorge vereinfachen und von Bürokratie befreien.
Quelle: CDU/ CSU Regierungsprogramm 2009

SPD unter dem Motto "Solidarische Alterssicherung"
  • "Vermögen, das der privaten Altersvorsorge dient, wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet."
  • "Zur umlagefinanzierten gesetzlichen Rente, ergänzt um die betriebliche und private Altersvorsorge, gibt es keine bessere Alternative. [...] Hierzu gehört auch die schrittweise
    Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis zum Jahr 2029."
  • "Voraussetzung für armutsfeste Renten sind existenzsichernde Löhne und eine möglichst ungebrochene Erwerbsbiographie – für Männer und Frauen. Deshalb setzen wir uns für flächendeckende Mindestlöhne ein."
  • "Der Ausbau der betrieblichen Altersversorgung als zweiter Säule und der geförderten privaten Vorsorge („Riester-Rente“) als dritter Säule ist ein Erfolg sozialdemokratischer Politik. Wir wollen die Absicherung durch diese zusätzlichen Säulen verbessern."
  • "Wir werden in der kommenden Legislaturperiode ein einheitliches Rentensystem in Ost und West durchsetzen."
  • "[...] wollen wir die Rentenversicherung langfristig zu einer Erwerbstätigenversicherung weiterentwickeln."
Quelle: SPD Regierungsprogramm 2009

Die Grünen unter dem Motto "Für eine umfassende Reform der Alterssicherung: Garantierente – eigenständige Sicherung – Bürgerversicherung"
  • "Die gesetzliche Altersversicherung mit ihrer Umlagefinanzierung ist das Kernstück der Sicherung im Alter und muss es auch bleiben."
  • "Wir setzen deswegen auf ein Alterssicherungssystem, das nachhaltig finanziert wird und allen eine eigenständige Rente gewährt, das wirksam vor Armut schützt und nicht zusätzliche Grundsicherungsleistungen erfordert."
  • "[...] unzureichende Ansprüche auf ein Mindestniveau aufstocken, welches den Bundestagswahlprogramm 2009 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 95 Grundbedarf für alle sichert."
  • "Mit einer solidarisch finanzierten Garantierente, die ab sofort eingeführt werden soll, wollen wir Ältere vor Armut schützen, auch jene Bürgerinnen und Bürger, die zusätzlich
    keine betriebliche oder private Vorsorge betreiben konnten. Die Garantierente muss aus Steuermitteln finanziert werden."
Quelle: Die Grünen Regierungsprogramm 2009

FDP unter dem Motto "Zukunft der sozialen Sicherungssysteme sichern"
  • "Wir wollen zugleich die private Altersvorsorge gegenüber staatlichem Zugriff besser schützen. Dazu soll das Schonvermögen für private oder betriebliche Altersvorsorge einschließlich der Riester- und Rürup-Renten verdreifacht werden... ."
  • "Die FDP will die Alterssicherung stärker in Richtung privater Kapitaldeckung umbau17
    en. Die private und betriebliche kapitalgedeckte Vorsorge müssen gestärkt werden, da nur so die Belastungen generationengerechter verteilt werden können."
  • "Die FDP tritt dafür ein, dass die Versicherten ab dem 60. Lebensjahr bei versicherungsmathematisch korrekten Zu- und Abschlägen den Zeitpunkt ihres Renteneintritts frei wählen können."
  • "Daher fordert die FDP, alle Zuverdienstgrenzen neben dem Rentenbezug aufzuheben."
  • "Das Rentenrecht in Ost und West muss vereinheitlicht werden."
  • "Die private und betriebliche kapitalgedeckte Vorsorge müssen gestärkt werden..."
  • "Die geförderte private Altersvorsorge in Form der „Riester-Rente“ soll für alle Bürger, auch Selbständige, geöffnet werden."
Quelle: FDP Regierungsprogramm 2009

Die Linke unter dem Motto "Soziale Sicherheit: Solidarität statt Privatisierung"
  • "das öffentliche Solidarsystem der gesetzlichen Rente stärken..."
  • "die gesetzliche Rentenversicherung zu einer solidarischen Erwerbstätigenversicherung umbauen..."
  • "Solidarausgleich in der gesetzlichen Rente stärken..."
  • "Renteneintrittsalter senken..."
  • "Armut im Alter verhindern..."
  • "die Rentenungerechtigkeit zwischen Ost und West beseitigen."
Quelle: Die Linke Regierungsprogramm 2009